Tiersicherung & Rehkitzrettung

Tiersicherung - Sicherungsbericht

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🍀🍀 Romeo aus Wiesbaden 16.7. - 15.8.2021 🍀🍀

😍 „Heute klappts, heute geht er rein!“ 😍

Man weiß gar nicht wo man anfangen soll bei einem „Fall“ bei dem man so intensiv gearbeitet, gebangt und gehofft hat. Gut möglich es gehen Einzelheiten dabei vergessen aber das wichtigste war:

Romeo ist Jutta beim spazierengehen im Wald abgehauen. Es ist gar nicht weit vom Haus entfernt aber zwischen Wald und Haus war eine große Straße und die leider auch laut und gut befahren. Romeo ist ein sehr ängstlicher Kandidat und auch schon einige Wochen bei Jutta. Wir sind sicher, die 2 sind bereits eine gute Verbindung und darum hoffen wir sehr, dass wir ihn schnell sichern können.

Der Karabiner hatte sich gelöst, als Romeo vor Angst und Schreck in die Leine sprang und so war es passiert, Romeo mit samt Sicherheitsgeschirr und Leine war im Wald untergetaucht.

Ich weiß gar nicht mehr wie wir zusammen kamen, aber wir die Tiersicherung Frankfurt - RheinMain - Hessen organisierten für Jutta sofort Bernd Quambusch mit Suchhündin Pepper von Finderwille Frankfurt/Main um zu suchen, da Jutta überzeugt war, Romeo der Tollpatsch hängt fest. Bernd ging auch ganz vorsichtig zu werke, kam aber zu dem Schluß, daß Romeo mobil ist und stelle die Arbeit mit Pepper erst mal ein.

Susanne und ich brachten Jutta Kameras und installierten diese vor der Tür und hinten im Garten.

Romeo sollte aber den Weg nach Hause nicht antreten, zumindest nicht bis aufs Grundstück.

Die Sichtungen summierten sich, es gab viele, immer wieder im Wald, immer ortstreu und eigentlich in der Nähe. Viele Wege gab es nicht und die die es gab hatte Jutta bereits mit Fährten überzogen. Auch Leberwurstbrühe half nicht wirklich. Eine Sichtung zeigte sogar, dass er auf der anderen Straßenseite saß und zum Haus schaute, aber er scheute vor der viel befahrenen Straße.

Immer war Jutta auch zu spät dran, da die Sichtungen auch nicht immer direkt eingingen. Derweil waren Futterstellen angelegt und nach fast einer Woche zeigte Romeo sich an einer Futterstelle. Susanne blieb fast das Herz stehen, als sie Romeo auf der Kamera sah und auch nicht einmal sondern er kam mehrfach. So wurde die Futterstelle von Susanne bestückt und wir fackelten nicht lange und stellten eine große Lebendfalle auf.

Dabei ließen wir uns durch den Kopf gehen, wie man ihn am besten sichert. Die Pflegestelle war gänzlich gegen eine Falle, auch der vermittelnde Verein war nicht für eine Falle und so wurde uns eine sogenannte Zwingerfalle angeboten. Jutta zeigte uns Bilder in dem Romeo in einer Hundehütte lebte und die Hütte die rundum zu war, ihm eher Sicherheit gab als das er vor ihr Angst hatte. Auch bei ihr verkroch er sich gerne. Unsere Falle stand derweil und wir überlegten, dass wir sie mal stehen lassen und genau beobachten wie er reagiert und die Beobachtung zeigte, wenn Romeo beschäftigt ist mit Futter geht er auch in die Falle. Zuletzt fehlten auch nur noch Rund 30 cm bis zum Auslöser. Ja und dann war es passiert. Er wurde ja bereits schon ein paar mal auf der Hauptstraße gesehen Nahe Nordfriedhof und die Sichter meldeten sich, aber an diesem Samstag kam es anders. Als Romeo von der Falle weg ging, war sein Weg wieder vor zur Hauptstraße. Es war etwa 7 Uhr Morgens als er gesehen und offenbar natürlich ohne Wissen der Menschen verjagt wurde. Kurze Zeit drauf war er einen Ort weiter mehrfach gesehen und immer wieder auch mit Laufrichtung runter zur Falle. Doch das Verkehrsaufkommen auf der Platter Straße war leider zu hoch und so blieb er ein paar Tage auf der Platte und bekam von  Nadine und Susanne Futterstellen eingerichtet. Jutta betreute die Futterstellen und hatte auch noch weitere Hilfe organisiert, um die Futterstellen im Auge zu halten und Romeo dort zu sichern.

Geflyert wurde von Romeos Familie, Freunden und Bekannten, auch ich fuhr einige Stunden durch die Gegend und hängte Flyer in die Gebiete wo er gesehen wurde. Nadine M und Heike nahmen sich einen großen Radius vor und so war die ganze Gegend gut plakatiert. Die Jägerschaft und der Forst waren darüber nicht erfreut, wussten aber durch die Fallenstellung im Wiesbadener Wald bereits bescheid, daß der Romeo dort seine Wege ging. Auch in 2 Revieren gab es Sichtungen der Jagdpächter und alle drückten Jutta, Romeo und der Sicherung die Daumen. Sein Gebiet war nun von Wiesbaden Platte, Naurod über Neuhof bis Taunusstein und Niedernhausen. Er nahm auch die ein oder andere Futterstelle an, aber irgendwie wurde er immer wieder verjagt. Bei einer Futterstellte tauchten sogar Menschen auf, die ihn ganz aggressiv suchten und unter jedem Stein nach schauten. Manchmal sind die Menschen aber auch nicht abzubringen von ihrem Eifer.

Jutta hatte zwischenzeitlich auch Heino Krannich kontaktiert und hoffte er könne Romeo sichern, notfalls mit narkoseschiessen aber leider war Romeo auch in seinem neuen Revier ständig unterwegs und nicht mehr an einer Futterstelle alleine zu halten.

Es war schon zum verzweifeln, hatte man doch der Jägerschaft und dem Forst zugesagt, Romeo schnell zu sichern, eroberte er sein Gebiet weiter und war dann auch schon auf der anderen Seite der A3 gesehen zwischen Bremthal und Wildsachsen.

Als ein Landwirt ihn beim mähen sah und das dann 2 Tage hintereinander, versuchte er mit einer Hundetrainerin einen Fangversuch, doch es sollte nicht sein. Romeo blieb aber dort, weshalb Susanne sofort eine Futterstelle einrichtete und auch als er unterhalb von Bremthal dann gesehen wurde, blieben wir ruhig und machten an der Stelle weiter wo er zuvor 3 Tage verweilte. Und Susanne hatte einen guten Platz gewählt, er war wieder auf der Kamera und sofort wurden Andrea und Harald kontaktiert der #VGT #Darmstadt Vermisste/Gefundene Tiere Darmstadt und Umland e.V.  und sie erkundeten die Gegend für den Aufbau einer Zwingerfalle. Wir wollten diesmal keine Zeit verlieren und so wurde am gleichen Abend noch die Zwingerfalle aufgebaut. Es war ein großes Stück Arbeit diese mobilen großen Teile in das kleine Wäldchen zu platzieren aber sie sollten für die viele Mühe belohnt werden.

Kaum hatten sie sauber und schnell fertig gearbeitet und die Falle war bestückt und kameraüberwacht und alle aus der Sicht, kam Romeo.

Übrigens Harald sagt, der richtige Begriff für diese Fallenart sei Segmentfalle, aber vermutlich kann man sich unter Zwingerfalle eher etwas vorstellen. Ihr seht aber auf den Bildern wie die Zwingerfalle aussah.

Romeo schaute in die Falle, lief davor umher und auch mal an der Seite bis hinten hin, aber er kam auch wieder vor, ganz ruhig und immer wieder mit der Nase auf dem Boden. Alle waren sehr gespannt und dachten es wird wohl einige Zeit dauern, aber da hatten wir dann alle nicht mit Romeos Hunger gerechnet, der Kerle war nämlich schon ganz schön dünn geworden, so daß Sicherheitsgeschirr was er trug und das was Jutta für ihn Zuhause hatte, schon viel zu groß für ihn waren. Also lange Rede kurzer Sinn, er ging recht schnell rein und war gefangen und wir alle meeeega glücklich und erfreut.

Sofort eilten Andrea und Susanne zu Romeo um ihn zu beruhigen, keine 20 Minuten später waren sie vor Ort und machten ihn in der Falle dingfest. Also eigentlich ist Andrea schon gestartet bevor Romeo meinte mal in der Falle zu schnuppern was da so liegt. Ja und Romeo war dann auch recht panisch als die Tür zu ging und wollte unbedingt raus, es war also sozusagen höchste Eisenbahn. Jutta kam hinzu, sicherte Romeo mit und sie verluden ihn in eine Box.

An dem Abend wurde die große Falle auch abgebaut, Andrea, Susanne, Birgitt und Harald buckelten und machten, aber keine 2 Stunden später war die Arbeit getan, Romeo bei Jutta zuhause in Sicherheit und alle glücklich und zufrieden, wenn auch müde und kaputt.

Im Leben braucht es auch Glück und ein Ziel. Romeo wird es uns danken, und Jutta erst. Der Stinker ist nun sauber und geduscht, trägt ein neues Sicherheitsgeschirr was Nadine S ihm schon beim ersten Fallenstellen da gelassen hatte und wir sind ganz sicher, Jutta wird ihn wieder aufpäppeln und die 2 werden beste Freunde.

😍 Vielen Dank auch an Birgitt für deine Unterstützung beim Fallenabbau, bei Heike, die mit Nadine M geflyert hat und an Janina die immer für positive Energie in der Gruppe gesorgt hat und den Schreibkram macht wie Tierheime und Tierarztpraxen zu informieren 🥰 DAAANKE❤ und nicht zu vergessen die vielen Sichter/innen das ist immer immens wichtig zu wissen wo der Hund sich rum treibt

🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀

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