Tiersicherung & Rehkitzrettung

Tiersicherung - Sicherungsbericht

Wie wir sichern - Aktivitäten - Hund entlaufen - Sicherungsberichte

❤❤ Lucy aus Frankfurt ❤❤

Ja, das war eine harte Nuss! Lucy ist direkt nach der Übergabe entlaufen und kannte ihr neues Zuhause noch gar nicht. Sie blieb 19 Tage ortstreu. Dieser Erfolg war richtig harte Arbeit für die Halter und das Team der Tiersicherung Frankfurt/Main - RheinMain - Hessen. Sie nahm keine Futterstelle an, reagierte weder auf die Leberwurstbrühe noch auf Fisch, Fleisch, Hähnchen, Pansen, Käse oder Gyros – nix!

Sie war am Samstag in Hockenheim frisch aus Griechenland angekommen und wurde dort von ihren Haltern abgeholt. Vor der Haustür schlupfte sie aus dem Sicherheitsgeschirr, das vermutlich etwas zu weit war und lief dann recht langsam auf die Felder hinaus. Die Halter konnten sie rund 1 km verfolgen und beobachten, dann aber verschwand sie im Rapsfeld und war nicht mehr raus zu locken. Entlaufen war sie am Samstagnachmittag den 24.04.2021 in Frankfurt Unterliederbach. Spät abends kontaktierte der Verein die Tiersicherung Frankfurt - RheinMain - Hessen .

Die Arbeitsgruppe wurde angelegt und mit der Halterin geklärt, ob direkt eine Falle aufgebaut werden kann. Zum Glück wohnt sie in einer Erdgeschosswohnung mit großem angeschlossenem Garten. Wegen der bereits bestehenden Ausgangssperre wurde mit der Polizeidienststelle Frankfurt Höchst gesprochen und auch die Polizei Bad Vilbel nickte den Einsatz ab, da die Lebendfalle für Lucy direkt von Bad Vilbel nach Unterliederbach gefahren werden mußte.

Sie wurde direkt bei den neuen Haltern aufgebaut und eingerichtet, mehrere Schleppen mit Leberwurstbrühe wurden zur Falle gezogen und dann begann das Warten.

Leider kam Lucy nicht zurück.....

Am nächsten Tag wurden mehrere Futterstellen eingerichtet und diese mit der Leberwurstbrühe miteinander verbunden. Die Schleppen wurden aus den unterschiedlichsten Richtungen zur Falle gezogen, doch sie ließ sich nicht blicken.

Die Halter und das Team teilten sich die Betreuung der Futterstellen und es wurde unter Hochtouren geflyert. Auch der Verein der Lucy her brachte, kam in Person von Nina und Britta jeweils einen Tag und halfen beim Schleppen ziehen.

Der Tierheimleiter war ebenfalls gewillt, sofern gewünscht, noch Deutschland zu fliegen um Lucy zu helfen,sie zu sichern.

Am vierten Tag wurde Bernd angefordert, um mit seiner Hündin Pepper zu suchen. Um uns wenigstens eine Richtung anzuzeigen.

Mehrere Helfer gingen zusätzlich mit in den Einsatz und wir waren grade mit Pepper an der Stelle am Raps angekommen wo sie beginnen sollte, da sah Janina plötzlich Lucy auf der Wiese laufen. Der nicht begonnene Einsatz wurde damit direkt abgebrochen. Lucy lief direkt wieder in das Rapsfeld, in das sie sich schon am Entlaufenstag begeben hatte.

Die Halterin, zusammen mit Nadine S. liefen um das Rapsfeld um sie evtl. per Hand sichern zu können, aber leider ließ sie sich nicht mehr blicken. Die Polizei und Autobahnpolizei war informiert und mit Leberwurstbrühe wurde das ganze Rapsfeld umrundet und diese bis zur nächsten Futterstelle gezogen und sogar bis nachhause zur Falle.

In den folgenden Tagen gab es immer mal wieder Sichtungen, fast alle Sichtungen waren dort auf den Feldern zwischen Unterliederbach und Frankfurt Zeilsheim. Dennoch war sie immer mal wieder für 2 oder 3 Tage untergetaucht, gar unsichtbar und sie nahm weiterhin keine Futterstelle an. Plötzlich tauchte dann doch mal ein Foto auf der Wildtierkamera auf, wie sie offenbar kurz durchs Bild huschte. Weiterhin verweigerte sie das Futter der Futterstellen anzunehmen, was vermutlich auch an den vielen Füchsen und Fuchskindern lag, die sich dort vor allem nachts rum trieben.

Derweil bekamen wir von Nina aus Griechenland T-Shirts und Hundehaare aus dem Tierheim mitgebracht, die natürlich nun täglich zum Einsatz kamen.

In einer Ecke der Felder wurde sie auffallend oft gesehen, nämlich in der Nähe der Schafe und dort auf der Wildtierkamera war sie dann plötzlich zu sehen wie sie kurz fraß und schnell wieder ging.

Der Jagdpächter der von Anfang an informiert war, gab grünes Licht, die Lebendfalle zu stellen und so wurde sie vor drei Tagen ins Gebüsch nahe der Schafe gestellt, neu bestückt, sogar mit Trockenfutter aus Griechenland und natürlich rund um die Uhr kameraüberwacht.

Die Nächte gab es immer wieder knuffige Fuchswelpen zu sehen, deren Spielplatz wir offenbar dort zum Fangen von Lucy auserwählt hatten und eine Ratte transportiere unentwegt Futter ab, offenbar zu ihrer Großfamilie und zu Nachbarn oder Freunden oder einfach in ihr Lager für den nächsten harten Winter.

Zu guter Letzt kam Lucy heute früh auch erst als die Fuchskinder schon wieder schlafen waren, vermutlich lief sie auf der Spur des Hähnchens das Nadine M. in ihren Strapsen *oder müsste es nicht 'mit' ihren heissen 🤔 zur Falle zog und auch die frischen Hundehaare der Kumpels zog Lucy dann heute Morgen zur Falle, bzw. auch in die Falle rein.

Jenny kam zum Transport der Falle und diese wurde direkt in die Wohnung der Halter verbracht.

Dort legte Dagmar Lucy ihr Geschirr in Ruhe an und die Helfer machten es sich auf der Terrasse bei Kaffee und Frühstück gemütlich.

Die Falle wurde direkt noch vor Ort gereinigt und in Jenny's Auto getragen.

Der Bericht könnte ewig lang sein, denn hier stand jeden Tag eine neue Aktion an. Dazu gehörte das Kameras auslesen mit super schönen Tierfotos, die Verwaltung der Sichtungskarte, in der auch die Futterstellen eingezeichnet wurden vom Halter oder die Radtouren dorthin, um die Brühe zu ziehen, selbst bei strömenden Regen waren Helfer vor Ort.

Ob es das Hähnchen in den Strapsen war, oder dass wir diesmal die Schleppe weit hinter der Jahrhunderthalle schon begonnen haben oder ob es Tierkommunikatorin Anke war, die Lucy Mut zusprach und sie in die Falle schupsen sollte, ob es ihr dann am Ende einfach nicht mehr gefallen hatte dort draußen oder ob sie Heimweh bekam als sie vom Heimleiter und ihren Hundekumpels in Griechenland Geruch in der Nase hatte: ganz egal, wir sind mächtig erleichtert, überglücklich und können uns nun voll und ganz dem nächsten Ausreißer widmen.

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