Tiersicherung & Rehkitzrettung

Tiersicherung - Hund entlaufen

Futterstellen

Bitte Futterstelle(n) in einer versteckten Umgebung einrichten. Ein entlaufener Hund frisst lieber vorsichtig in einem Wäldchen als an einem stark frequentiertem Wanderweg. Leihen Sie sich Wildtierkameras oder Livekameras und installieren diese zur Überwachung der Futterstelle. Nur so können Sie mit Sicherheit feststellen welches Tier an der Futterstelle gefressen hat. Ist es organisatorisch nicht möglich solche Kameras beschaffen, ist es auch möglich die unmittelbare Umgebung der Futterstelle mit sandigem oder mehligem Untergrund auszustatten. Anhand der hinterlassenen Spuren ist es dann möglich auf die Tierart (z. B. Hund oder Wildtier) an der Futterstelle zu schließen.

Zu dem Sand oder Mehl: einen halben bis ganzen Meter um die Stelle herum, um die Spuren später auswerten zu können. Sauberen hellen Sand verwenden. Grundsätzlich erweist sich die Auswertung von Spuren auf diese Weise als generell schwierig.

Verfügen die über Kameras sollten diese im Radius von etwa 1,5 bis 2/2,5 Meter entfernt von der Futterstelle installiert werden. Es empfiehlt sich die Kamera mit einem Kofferschloss gegen unbefugtes Öffnen und mit einem Seilschloss als Schutz gegen Diebstahl zu sichern. Die Kamera sollte nicht unmittelbar für Dritte sichtbar platziert sein. Es ist bei der Installation darauf zu achten die Linse frei von Störeinflüssen (Äste, Gräser) zu halten und notfalls zu entfernen. Bei möglichen Störfaktoren ist auch in Abhängigkeit zur Ausrichtung der Kamera gegen die Sonne und der Uhrzeit eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Zur Befestigung eignen sich idealerweise Bäume/Baumstämme. Es ist nicht gestattet Menschen mit der Kamera aufzunehmen. Bei der Montage der Kamera ist auf die Höhe und einen nicht zu steilen nach unten gerichteten Blickwinkel zu achten. Der Aufnahmebereich der Kameras sollte nur die Futterstelle abdecken. Der Winkel der Kamera darf dabei nicht zu steil sein, um mögliche Annäherungen von Tieren in der unmittelbaren Nähe der Futterstellen aufzunehmen. Bitte beachten Sie: das Aufhängen einer Kamera ist genehmigungspflichtig. Sprechen Sie bitte unbedingt die Tiersicherung an.

Es muss kein Gefäß für das Futter benutzt werden. Das Futter auf dem zu verteilen ist völlig ausreichend, da es sich so auch viel besser verteilen lässt. Nicht geeignet sind Trockenfutter,  Kauknochen oder ähnliches. Das Futter darf gerne breitflächig und einzelne Brocken etwas abseits und versteckt verteilt werden. Umso größer die Stücke, umso eher frisst sie ein entlaufener Hund. Hunde fressen in der Regel alles auf, es sei denn, sie werden gestört. Andere Tiere hinterlassen meist Reste.

Die Geruchsspuren mit der Leberwurstbrühe sind Sonnen- oder sternförmig immer von außen zur Futterstelle hin zu ziehen. Die Länge einer solchen Geruchsspur sollte mindestens zwei bis drei Meter betragen. Eine längere Geruchsspur erhöht die Chance vom Hund auf diese Spur aufmerksam zu werden. Träufeln Sie die Brühe bis hin zur eingerichteten Futterstelle. Zur Flüssigspur eignet sich eine Brühe aus Hühnchen und Leberwurst mit einem großen Schuß Öl als Geruchs-und Geschmacksverstärker. Diese Zutaten in einem Topf mit Wasser aufkochen lassen, verrühren oder mixen damit keine großen Teile mehr darin schwimmen, etwas abkühlen lassen und in Flaschen abfüllen (am besten in PET-Flaschen und einem Trichter). Am Ende dieser Seite finden Sie auch nochmal die genauen Zutaten für das Rezept.

Mit z.B. einer Sprühflasche Sträucher und Bäume in der Nähe einsprühen (leider verklebt der Sprühkopf schnell, daher eher ungeeignet). Aus diesem Grund bietet es sich an ein Loch in den Deckel der Flasche zu bohren. Andernfalls ist es auch möglich die Brühe über die normel Flaschenöffnung zu verteilen.

Zur Menge des Futters an der Futterstelle (FS): Der gesuchte Hund muss richtig satt werden, damit eine FS attraktiv ist. Daher ist die FS mit mindestens 1/3 mehr Futter zu befüllen als die übliche Portion mit der ein Hund zu Hause gefüttert wird. Grund hierfür ist der deutlich höhere Energiebedarf aufgrund der zumeist großen Laufstrecken. Als Präparation der Futterstelle biete sich an Hundefutter mit großen Brocken, Fleisch und/oder auch Fischhaltiges, Huhn, Leber, Herz, Magen, frischer Pansen. Kurz gesagt: Alles was stinkt ist erlaubt. Futterstellen sind bitte nicht von Essensresten zu säubern. Die längere Liegezeit des Futters ist eine gute Geruchsquelle. Eine gute und bewährte Futterquelle ist auch Fastfood (Burger, Schicken Nuggets, Dönerfleisch, usw.). Es macht lange satt und riecht stark. Sofern für die Futterstelle Sand oder Mehl, anstelle von Kameras genutzt wurde, ist dieses jedes Mal wieder zu glätten. Ist die Futterstelle unangetastet, sollte diese mit einem kleinen Anteil an frischen Futter erneuert werden.

Achten Sie bei der Betreuung einer Futterstelle auf routinierte Abläufe und vergewissern sie sich vor dem Verlassen die Kamera ist aktiv und hat ausreichend Kapazität (Speicherplatz und Akku). Je routinierter sie in der Vorgehensweise sind, umso mehr Sicherheit geben sie dem Hund. Es empfiehlt sich die Futterstelle durch die gleiche Person zu einer möglichst gleichen Uhrzeit zu betreuen. Unterschiedliche Menschen an einer Futterstelle bedeutet instinktiv Unsicherheit für die Hundenase. In der Regel sind entlaufene Hund in der Nacht häufig aktiv. Die beste Zeit für die Kontrolle einer Futterstelle liegt daher morgens und/oder abends. Ein Spaziergang zur Futterstelle mit dem eigenem Hund ist nicht geeignet. Wichtig ist auch unnötige Aufenthalte an einer eingerichteten Futterstelle zu vermeiden. Grundsätzlich gilt wie immer: Ruhig verhalten.

Wird der Hund in einigen Gegenden häufiger gesichtet, sollten in den entsprechenden Sichtungsbereichen gleich mehrere Futterstellen eingerichtet werden, sodass er unweigerlich auf eine Futterstelle treffen muss. Diese können auch untereinander verbunden werden. Bitte sprechen sie dies mit der Tiersicherung ab.

Einen entlaufenen Hund hält man mit ausreichend Futter an einer Stelle. Unbedingt mit der Tiersicherung klären, wann eine Lebendfalle aufgebaut werden kann und gegebenenfalls bei Annahme einer Futterstelle die weiteren Futterstellen reduzieren oder schlussendlich auf diese eine angenommene Futterstelle beschränken.

Von Zeit zu Zeit sind Flüssigspuren zu erneuern.

Erst hiernach (also wenn der Hund an einer Futterstelle war) werden die FS reduziert bis schlussendlich 1 oder höchstens 2 übrig bleiben und dann eine Lebendfalle aufgestellt werden kann.

Nimmt der Hund keine Futterstellen an, könnte dies auch an der Anzahl der FS liegen und diese können auch reduziert oder aufgestockt werden. Viele Hunde brauchen aber auch Zeit und sind sehr misstrauisch, wissen sie oft doch auch, dass diese Stelle extra für sie hergerichtet wurde.


Die leckerste Brühe der Welt 🤭: Rezept Leberwurstwasser

für 6-8 Flaschen, reicht für etwa 3 km Fährte/Schleppe

Einkaufsliste:

  • 250g Leberwurst fein
  • 2 Kaffeelöffel Hühnerbrühe Instantpulver
  • 1 Dose Sardinen in Öl
  • Eine kleine halbe Kaffeetasse Öl (Sonnenblumen oder Pflanzenöl)

Zubereitung

Topf mit etwa drei Liter Wasser aufsetzen. Leberwurst und die Hühnerbrühe hinzugeben und die Sardinen in Öl, zusammen mit der halben Tasse Öl, kurz aufkochen.

Mit dem Schneebesen glatt rühren oder pürieren und etwas erkalten lassen.

Dann in Flaschen abfüllen, am besten mit Hilfe eines Trichters, im Verhältnisse 1/3 von der Brühe und 2/3 mit Wasser auffüllen. Plastikflaschen eignen sich am besten. Vor dem verteilen gut schütteln.

Natürlich kann auch direkt die doppelte oder dreifache Menge eingekauft und gekocht werden.

Für die schnelle Futterstelle sind Würstchen im Glas brauchbar und selbst das Wurstwasser kann genutzt werden.


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